20.11.2013

12tel Blick

Ein Jahr. 12 Monate. Zwölf Fotos. Immer aus der gleichen Perspektive.
Tabea Heinicker hatte die Idee und stellt monatlich ein vielfältiges Album zur Verfügung. 

Seid gegrüßt, liebe 12telBlickfreunde. Verzeiht, wir haben Euch im Oktober warten lassen, deswegen wird es heute etwas umfangreicher. Denn gemalt wurde trotzdem im Hause Spielpause. Am liebsten mit vollem Einsatz, mit Haut und Haar... In der Kita wird derzeit viel gemalt und gebastelt. Einiges klingt im Kinde so lange nach, dass wir es zu hause unbedingt wiederholen müssen. Im Herbst entstanden einige Bäume mit bunten Blättern und vielen schmutzigen Ärmeln, die man wunderbar waschen kann. Schmunzeln muss ich immer wieder darüber, dass das Kinde stets leidenschaftlich gerne Hände und Arme für einen Druck bepinselt, dieses Gefühl aber offenbar eigentlich nicht so gerne hat, denn hernach wird alles umgehend wieder abgewaschen. Nur, um anschliessend doch wieder alles einzufärben. Dieser Vorgang hat sich hier zu Spitzenzeiten fünf, sechs Mal wiederholt. Gut, dass zwischendurch nicht jedes Mal auch noch ein neues Shirt an den Leib musste. 

Der Druckarm...
Das Blattwerk...
Die Vorlage aus der Kita...

Im November muss es wieder ein paar unglückliche Meinungen über die kindlichen Malkünste in der Kita gegeben haben. "Das ist doch alles nur Krikelkrakel. Hihi. Haha. Höhö." Das Mädchen, inzwischen drei Jahre und zehn Monate jung,  hört trotzdem nicht auf zu malen, aber ich bemerke hier und da sehr wohl jene "KannIchDochNicht-Haltung". Das ist nicht immer ganz einfach aufzulösen, aber ich bin zuversichtlich, dass das Geschwätz der anderen die Lust am Malen und Basteln nicht nachhaltig wird bremsen können. 
Die Tage werden wieder kürzer, die Drinnenzeit länger und immer öfter landen neben Stiften und Farben nun auch andere Utensilien auf dem Tisch. Ein großer Eimer Playmais ist eingezogen und hat uns schon viel Freude gemacht. Ein wenig Glitzerliebe ist aus der Kita herüber geschwappt. Die Schere ist immer dabei und schneidet zu meinem Verblüffen wie aus dem Nichts sehr säuberlich an Linien entlang. Der erste Name ist (ab-)geschrieben und der Pinzettengriff wird wieder neu erlernt. Wer genau hinschaut, ahnt, dass am selben Tische wohl auf der gegenüberliegenden Mamaseite schon für die diesjährige Adventspost gewerkelt wurde. Ein Monat bleibt uns noch für die grosse Bastellust, dann haben wir ein Jahr lang monatlich auf unseren Maltisch geschaut und immer wieder Neuigkeiten entdeckt. Den Blick führen wir gerne weiter, zu spannend sind die kleinen und großen Schritte nach vorn. Und zu schön auch der Blick zurück... Mehr Blicke nach vorn, nach unten, oben oder hinten sammeln sich ab heute wieder bei Tabea.


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  22. September/ Oktober/November

Kommentare:

  1. Künstlerin!!
    Hier wird (mit 4 Jahren) inzwischen immerhin ÜBERHAUPT mal gemalt (war schon etwas in Sorge...) , am liebsten auch mit Wasserfarben. Und geschnitten. Alles. Auf der gegenüberliegenden Tischseite (2 1/2 Jahre) wird mit allem gemalt, was da ist, mit Schwung, Elan und Farbenlust. Und dazu auch liebend gern geschnippelt, geklebt, und mit Stift&Farbe das Papier so lange bearbeitet, bis es Löcher hat ;-)

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  2. Wie immer: Schön, daran Anteil haben zu dürfen, was deine Tochter so malt & bastelt! Die Bäume gefallen mir und die Tendenz, mit dem Stift zu häkeln.
    Herzlichst
    Astrid

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  3. Hach, es füllt mein Herz mit Freude..., voller Körpereinsatz... Das Herbstbild mit den 2 Bäumen wirkt richtig herbststürmisch durch die "häkelschnüre"... und ich bin sehr gespannt auf die adventspost... Lieben Gruß auch ans kleine H...chen dmama

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  4. Liebe Marja
    Die Kita und du haben es verstanden! Den Kindern Papier, Stifte und Farbe geben und sie damit ausprobieren lassen. Spass haben und mit Körpereinsatz. Mit Knete, Teig oder was einem so alles in die Hände kommt werkeln. Der "Zufall" macht manchmal die schönsten Bilder...Schade, dass viele Erwachsene und Kinder ein so einseitiges Kunstverständnis haben.
    lieber Gruss Natalie

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  5. liebe marja,
    oh wie gut ich dieses abgebremst werden beim wirbelwind kenne - tatsächlich hat er drei monate lang keinen stift angerührt. erst das füllen meines shops hat seine mal- und zeichenfreude wieder hervorgerufen und so hat er doch tatsächlich wieder einen adventkalender für den blog gemalt, voll freude, und danach nicht wieder aufgehört - im moment werden stapelweise blätter mit monstern unterschiedlichster art gefüllt, ich könnte mittlerweile mehrere comichefte damit füllen. und das schneiden - an die linien traut er sich nicht nah ran, aber freihand kunstwerke schneiden und dann zu dreidimensionalen objekten verkleben macht dem wirbelwind einen großen spaß, seit heute morgen steht ein ganzes indianerzeltdorf samt befedertem indianer am küchentisch, dass ich nur so gestaunt habe, was man am morgen zwischen 7 und 8 uhr alles hervorbringen kann!
    ja, bitte, führ den blick doch weiter! spannend ist er! und faszinierend. allein der blick, mit dem sie die welt um sich herum wahrnehmen und wie er sich verändert, auch die ansprüche, die die kinder an sich selber stellen - manchmal braucht's dann elterliches lockern, damit wieder aus dem bauch heraus kreatives entstehen kann...
    alles liebe zu euch!
    dania

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  6. ein herbstbaum! sehr schöne eindrücke von eurem basteltisch! unser stubentisch ... ja der sieht eigentlich immer beladen und bewerkelt aus ;) wäre auch ein bild wert.

    und »kindermund« ist heute zwar nicht dran, aber da sitzt mein 2-jähriger neulich frustriert mit papier und stift am tisch und ...

    hugo: »hudo dafft nicht!« (hugo schafft das nicht)
    ich: »was schaffst du nicht?«
    hugo: »A Be De eL schreiben!«

    nun ja, er hat eine schwester, die gerade schreiben lernt, da sind die ziele hoch gesteckt, gell!

    liebe grüße und freude mit den marken ;) tabea

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    1. :-) Ein Goldkerlchen, Dein hudo... (und ein Streber)... Schon fast zu Ende gemarkt. Was bin ich froh, dass ich mich hab hinreißen lassen zur Adventspost... liebe Grüße, Marja

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  7. Was für ein bunter Spaß! Da möchte man fast noch mal Kind sein und einfach so drauflos malen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  8. Ihr seid wirklich eine durch und durch künstlerische Familie, liebe Marja. Wo ich gerade bei Ghislana schon die zahlreichen Muster bewundert habe. Deine Tochter könnte ich beim Malen sicher stundenlang zusehen. Zu herrlich mit welchem Eifer sie bei der Sache ist!

    Liebe Grüße
    Sabine

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  9. liebe marja, ich glaube, ich bin ein sehr gutes beispiel dafür, dass unsensible kinderbetreuer(innen)bemerkungen in sachen malen und zeichnen langfristig nichts zu ändern vermögen, wenn das eigene herz dafür schlägt. allen "regentropfen sind doch nicht blau"-blödsinnigkeiten zum trotz habe ich letzten endes malerei studiert. großartig, was dein mädchen macht; großartig, dein liebevoll aufmerksamer blick, mit dem du es verfolgst.

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    1. Danke, liebe Ulma... dann wollen wir etwaigen Bemerkungen einfach weiterhin trotzen. Klärend muss ich aber eingreifen, ich denke, die Kinder untereinander selbst schimpften ihre Kunstwerke Krikelkrakel. Die Betreuer kann ich hier diesbezüglich sehr in Schutz nehmen... Wohl wissend, dass wir darauf sicher auch noch treffen werden... Liebe Grüße, Marja

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  10. so schön - ich liebe diesen 12telblick und bin so froh, dass deine tochter sich von dummen äußerungen nicht beeindrucken lässt!
    liebe grüße von mano

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  11. Großartig! Man spürt richtig die Produktivität! Am besten gefällt mir der Druckarm! Macht doch alles erst richtig Spaß mit Farbe an den Fingern (und erst recht, wenn das Kind anschließend freiwillig wieder gewaschen sein möchte!)...

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  12. Ich liebe deinen 12tel Blick uff die Mal-Schätze Deiner Tochter!!!!!!!!!!!!!
    Wir hatten dasselbe, hier zuhause, Tränen :"Ich kann nicht so gut malen, wie Du, Mamaaaa!!!!"
    Und ich habe gebetsmühlenartig wiederholt: es ist nicht wichtig, wie gut man malt, nur das man gerne malt. Wieder und wieder und wieder. Heute malen alle meine Kinder gerne. Zum Glück!

    Herzliche Grüße von Tine

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Ich freue mich sehr über Eure Worte!